Sonja Zimmermann über frischen Wind und globales Denken
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- 19. Nov.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Nov.
Chinas wachsende Industrie, die wirtschaftspolitischen Umbrüche in den USA – und Europa irgendwo dazwischen:

Wo liegen in diesem Umfeld die Chancen für die Berndorf Gruppe?
Unsere Unternehmen sind zum Glück bereits international breit aufgestellt – nicht um die Produktion aus Europa zu verlagern, sondern um Kunden direkt vor Ort zu erreichen. Gerade in Zeiten wie diesen ist Glokalisierung – also global denken, lokal handeln – ein sehr sinnvoller Ansatz. Wenn China uns mit stetig wachsender Industriekompetenz fast zu überrollen scheint, ist es ein Vorteil, wenn wir dort schon präsent sind und die Bedürfnisse des Markts kennen. Und wenn sich die USA von Europa verstärkt abgrenzen, hilft es uns, unsere Leistungen direkt vor Ort zu erbringen und Produkte dort zu fertigen. Wie sich Europas Industrie entwickelt, ist schwer vorherzusagen. Viele Firmen wandern wegen ungünstiger Standortbedingungen ab. Wir bekennen uns trotzdem weiterhin zum europäischen Standort, gleichzeitig streuen wir mit unserem internationalen Weg das Risiko und bleiben zukunftsfähig.
Das Motto unserer diesjährigen Ausgabe des Menschen am Werk lautet #inVerbindungbleiben. Wie lässt sich das mit dem internationalen Weg und der unruhigen Wirtschaftspolitik rund um den Globus in Einklang bringen?
Gerade deshalb ist es so wichtig, im Austausch zu bleiben. Reisen, Gespräche und Kontakte: Die Berndorf Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass wir immer wieder Räume schaffen, in denen sich Menschen über Unternehmens- und Landesgrenzen hinweg an einen Tisch setzen können. Das passiert bei Workshops, Tagungen oder Fachtreffen – sei es im Controlling, HR oder Projektmanagement. Diese Formate ermöglichen persönliche und fachliche Gespräche. Auch ich selbst lerne dabei viele Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen kennen. Ein weiterer zentraler Punkt sind die Beiratssitzungen unserer Tochtergesellschaften. Sie bringen die Geschäftsführungen und den Vorstand regelmäßig zusammen – nicht nur zur Lagebesprechung, sondern auch, um Themen wie Marktpositionierung, Wettbewerbsfähigkeit oder Kundenorientierung intensiv zu diskutieren. Dazu kommen Reisen des Vorstandes oder auch für mich persönlich, wie etwa die Asien-Reise im Sommer rund um das AICHELIN-Jubiläum.
Sie sprechen die Vorstände an – da hat sich 2025 einiges getan. Mit dem Wechsel beginnt eine neue Zeit in der Berndorf AG. Wie erleben Sie diesen Übergang?
Thomas Karazmann ist im Mai gestartet und hat in kurzer Zeit gezeigt, wie gut er zu unserer Gruppe und Kultur passt. Er bringt eine starke Mischung aus Erfahrung und frischem Blick mit. Gleichzeitig bleibt Dietmar Müller der Gruppe auf eine andere Art erhalten – etwa über seine Beiratsfunktionen bei Silica und HUECK. Auch mit ihm bleiben wir also weiter #inVerbindung.
„Viele Firmen wandern wegen ungünstiger Standortbedingungen ab. Wir bekennen uns trotzdem weiterhin zum europäischen Standort, gleichzeitig streuen wir mit unserem internationalen Weg das Risiko und bleiben zukunftsfähig.“
Sonja Zimmermann
