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Krisenerprobte Berndorf AG vollzieht Generationswechsel zur Jahresmitte 2020 mit ruhiger Hand


(v.re.) Scheidender Berndorf AG-Vorstandsvorsitzender Peter Pichler mit seinem Nachfolger als CEO Franz Viehböck und Vorstand Dietmar Müller. Foto: Archiv Berndorf AG


BERNDORF (02.07.2020) – Unbeeinflusst von der Corona Krise vollzog die Berndorf AG zur Jahresmitte den seit 2 Jahren geplanten Wechsel im Cockpit der Industriegruppe. Nach 12 Jahren als CEO und 30 Jahren im Vorstand übergab Peter Pichler das Steuer an den bisherigen CTO Franz Viehböck. Österreichs erster und bislang einziger Raumfahrer ist in seiner Managementlaufbahn schon seit 18 Jahren in Berndorf tätig und führt nun im Zweier-Vorstand mit CFO Dietmar Müller die Unternehmensgruppe mit 2.300 Mitarbeitenden in die Zukunft. 2020 kann die Berndorf AG dank Liquidität und vorhandener Auftragsstände den Kurs bisher weitgehend halten. Stabilität zeichnet auch die Eigentümerseite aus. Mehrheitsaktionär Norbert Zimmermann, der die einst staatliche Berndorf AG mit seinem Managementteam erfolgreich privatisierte, übergab bereits im März dieses Jahres den Aufsichtsratsvorsitz an Tochter Sonja.

Tugenden, welche die Berndorf Gruppe nicht nur Rückschläge überwinden, sondern zum Weltmarktführer mit rund 60 Unternehmen in diversen Hochtechnologie-Bereichen werden ließen, sind auch in der aktuellen Krise gefragt. Kontinuität im Denken sowie Agilität im Handeln zählen ebenso dazu wie jene wirtschaftliche Unabhängigkeit, die in den letzten 30 Jahren seit der Privatisierung erreicht wurde, sagt der neue Berndorf AG-CEO Franz Viehböck: „Alle Gruppenunternehmen blieben bisher in der Krise liquide. Vor allem unser Anlagenbau entwickelt sich erfreulich. Das hat auch damit zu tun, dass dort einzelne Aufträge fast ein Jahr Durchlaufzeit haben – also schon weit vor dem Corona-LockDown gestartet wurden. Andere Unternehmen der Berndorf Gruppe sind von der Corona Krise in der einen oder anderen Weise gefordert. Wir haben in allen betroffenen Bereichen Maßnahmen ergriffen, um gegensteuern zu können. Viele unserer Führungskräfte sind krisenerfahren. Sie kennen die Herausforderungen aus den Krisenjahren 2008/09. Unsere uns selbst auferlegte Vorgabe ist: Wir wollen die Zukunft mit all unseren Unternehmen erreichen, sind daher gefordert Maßnahmen zu ergreifen. Wenn wir die Zukunft erreicht haben, werden wir so gut aufgestellt sein, dass wir diese auch entsprechend gestalten können“.

 

Erfolgsfaktoren in der Krise: Liquidität und Vertrauen
Die meisten Betriebe in Europa konnten in der Produktion unter Einhaltung aller Sicherheitsauflagen durcharbeiten. Nur ein einziger positiv getesteter Corona-Fall wurde unter den Mitarbeitenden am Standort Berndorf verzeichnet. Einen wichtigen Grund für die gute wirtschaftliche Position der Berndorf AG ortet die neue Aufsichtsratsvorsitzende Sonja Zimmermann im schnellen Handeln des Managements zu Beginn der Krise: „Der Vorstand hat vorneweg für größtmögliche Liquidität aus eigener Kraft gesorgt. Deswegen sind uns zwei wichtige Dinge nie ausgegangen – die finanziellen Mittel und das Vertrauen. In der Berndorf AG und in vielen Tochterunternehmen dürfen wir auf Persönlichkeiten setzen, die krisenerprobt sind. Sie wissen, wie sie wieder auf Kurs kommen.“

 

Pichler übergibt Berndorf AG-Steuer „guten Gewissens“
Das Zusammenrücken und agile Handeln in der Krise hatte den bisherigen Dreier-Vorstand aus Peter Pichler, Franz Viehböck und Dietmar Müller bereits vor elf Jahren während der 2009 erfolgreich bewältigten Lehman-Finanzkrise zusammengeschweißt. Peter Pichler legte daher die Führungsaufgabe der Berndorf AG – trotz der herausfordernden Situation – zuversichtlich in die Hände des neuen Führungsduos: „Bei Franz Viehböck und Dietmar Müller kann ich mir sicher sein, dass ich im Vorstand nicht abgehen werde. Das hat es mir leicht gemacht – so wie geplant und guten Gewissens – nun auch zur Jahresmitte 2020 zu gehen.“

 

Berndorf Gruppe 2020: Neu und schlanker organisiert
Der neue Zweiervorstand lenkt eine – im Jahresvergleich – etwa um ein Drittel verschlankte, organisatorisch neu strukturierte Berndorf Gruppe. Automotive-Spezialist stoba mit Hauptsitz in Backnang (D) war noch im letzten Jahr auf die Berndorf AutoMotive AG (BAMAG) abgespaltet worden. Mit seiner Kompetenz in der Präzisionstechnik war das Unternehmen nach acht Jahren Zugehörigkeit zur Berndorf Gruppe nun bereit, auf eigenen Beinen zu stehen, sagt Berndorf AG-Vorstand Dietmar Müller: „Mit der wesentlich größeren Bewegungsfreiheit, die wir stoba in der neuen Organisationsform geben konnten, haben wir – so denke ich – eine gute Antwort für den Weg in die Zukunft der stoba Gruppe gefunden. Die Eigentümer der neuen BAMAG-Holding sind ident mit jenen der Berndorf AG, womit stoba als Schwesterunternehmen zur Berndorf AG weiterhin Teil der erweiterten Berndorf-Unternehmensfamilie bleibt.

 

Viehböcks Ziel: Ertragssteigerung mit Umweltbewusstsein und marktfähiger Innovation
Für den Kreis der in der engeren Berndorf Gruppe verbliebenen Unternehmen will die Berndorf AG weiterhin auf Innovation und Maßnahmen zur Ertragssteigerung setzen. So laufen die genehmigten Projekte des vor zwei Jahren gestarteten und mit 20 Millionen Euro dotierten gruppenweiten Innovationsförderungsprogramm „Berndorf Innovations- und Technologieoffensive“ (kurz: BIT) auch während der Corona-Krise weiter. Das ermöglicht der Berndorf Gruppe mit neuen Produkten nach der Krise am Markt zu punkten. Daher ist es Berndorf AG-CEO Franz Viehböck wichtig, dass alle neun derzeit laufenden Projekte auch abgeschlossen werden können. Vielversprechende Ideen und Ansätze sollen auch unabhängig von Förderprogrammen wirtschaftlich greifbar gemacht werden, rückt Viehböck den Fokus schon auf die neue Normal-Zeit nach der Krise: „Ich bin vor 30 Jahren im All geflogen und kann jedem Bilder zeigen, die ich damals schon von der Erde gesehen habe. Der Aralsee ist zum Beispiel nicht blau, sondern ein weißer Fleck, Urwälder wurden auch schon damals abgebrannt. Für uns in Berndorf bietet sich die Chance, unseren Beitrag zu einer positiven Entwicklung des Planeten zu leisten. Dabei muss jedem heute klar sein: Was gut für die Umwelt ist, ist auch gut für die Geldbörse.“

 

Eigentümer für qualitatives Wachstum in Berndorf
Nach dieser Philosophie will die Berndorf AG auch in Zukunft den Weg qualitativen Wachstums beschreiten. Den letzten großen Wachstumsschub nach gleich vier Unternehmenszukäufen im Jahr 2016 will Vorstandsvorsitzender Viehböck zunächst einmal konsolidieren. Für kommende Erweiterungsschritte will er sich noch zwei bis drei Jahre Zeit geben und ist sich damit mit den Eigentümervertretern im neu zusammengesetzten Aufsichtsrat einig. Nach dem Ausscheiden von Norbert und Wilfried Zimmermann waren heuer zunächst Gerald Grohmann (CEO SBO AG) sowie Wolfram Littich (ehem. CEO Allianz Österreich) nachgerückt, 2021 wird der bisherige Berndorf AG-CEO Peter Pichler das Mandat von Thomas Riecker übernehmen. Aufsichtsratsvorsitzende Sonja Zimmermann zeigt sich optimistisch: „Ob und wann wir neue Unternehmen zukaufen, wird immer davon abhängig sein, wie sich unsere Ergebnisse entwickeln und wie lange die aktuelle Krise anhält. Wenn unsere Ergebnisse sprudeln, gibt es gute Chancen auf eine Firmenerweiterung.“


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