Zwei Jubiläen in der Berndorf AG: 30 Jahre Privatisierung – 175 Jahre Werksgründung



Schritt für Schritt an ein ungeahntes Ziel: Seit der Privatisierung 1988 wuchs die Berndorf AG auf zwanzigfache Größe

BERNDORF (18.09.2018) – Mit einem Fest gestaltet von Mitarbeitenden für Mitarbeitende feierte die Berndorf AG im September ein doppeltes Jubiläum. Einerseits war vor 175 Jahren – exakt am 16. September 1843 – der Spatenstich zur Errichtung der Berndorfer Besteckerzeugung erfolgt. Andererseits ist es nun 30 Jahre her, seit die Berndorf AG durch ein Management-Buy-Out 1988 nicht nur vor der drohenden Zerschlagung gerettet, sondern so erfolgreich privatisiert wurde, dass aus dem Besteckspezialisten von einst heute ein Weltmarktführer in mannigfaltigen Hochtechnologiebereichen moderner Industrieproduktion mit rund 70 Unternehmen weltweit geworden ist. Wesentlicher Baustein dieser Bilanz ist die Berndorf-Unternehmenskultur, in der Wertschätzung, Offenheit und Mitarbeiterbeteiligung jedem Teammitglied die Chance zu eigenverantwortlichem Handeln geben.

Dass von den heute weltweit mehr als 3.000 Beschäftigten im September fast die Hälfte – gut 1.400 Mitarbeitende aus Amerika, Asien und Europa – im Jubiläumszelt am Berndorfer Werksgelände feiern würde, hätte vor 30 Jahren, kaum jemand für möglich gehalten. Im damals noch verstaatlichten Berndorfer Unternehmen waren 600 Menschen beschäftigt gewesen. Ein neu angetretenes Management-Team um den heutigen Vertreter des Mehrheitsaktionärs Norbert Zimmermann hatte den Betrieb mit einem kühnen Privatisierungsplan aus der Krise gezogen. „Mit den richtigen Leuten und einem neuen Unternehmenskonzept für Berndorf, das Eigenverantwortung mit Teamwork kombinierte und damit Vertrauen und Standortverbundenheit aufbaute, ging der Plan auf“, sagt Peter Pichler, der die Berndorf AG heute als CEO gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Franz Viehböck und Dietmar Müller führt. Norbert Zimmermann hatte 1988 erstmals wichtige Werte umrissen, die im Kern verantwortungsvolles Wirtschaften ausmachen und bis heute Unternehmenskultur der Berndorf AG sind.

Privatwirtschaftlicher Weg aus der Krise als Wachstumsmodell

Dem eigenen Erfolgsmuster folgend spürte der metallverarbeitende Betrieb weltweit eine Reihe von Unternehmen auf, die technisch anspruchsvolle Produkte herstellten, aber mit ähnlichen Herausforderungen wie einst Berndorf zu kämpfen hatten. Schritt für Schritt kaufte sich die Berndorf AG als neue Eigentümerin ein. Mit dem Sanierungs-Know-how, Modernisierungsinvestitionen und Einfühlungsvermögen für die individuelle Situation der neuen Partner gelang den Berndorfern die stetige Vergrößerung zu einer globalen Unternehmensgruppe. „Entscheidend war, dass wir investitionsfreudig waren ohne unsere finanzielle Unabhängigkeit aufs Spiel setzen und uns immer langfristig engagierten. Keinen einzigen unserer sanierten Neuzugänge haben wir verkauft. Zu wertvoll ist ihr Beitrag zum Gesamtergebnis“, sagt Peter Pichler.

Ein historischer Zahlenvergleich macht die Entwicklung des Industrieunternehmens deutlich. Von allen Geschäftsbereichen der Berndorf AG, die 1988 60 Millionen € Gesamtumsatz erzielten, sind heute mit Berndorf Band und Berndorf Bäderbau noch zwei aktiv. Dazu sind die Bereiche Wärmebehandlung (Aichelin), Formenbau (HASCO), Oberflächentechnik (Hueck-Rheinische), Umwelttechnik/Anlagenbau (Silica), Automotive (stoba) und Mechatronik (venturetec) als neue Geschäftsfelder gewachsen. All diese Unternehmen, die 2017 über 660 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten, gelten als „Nischen-Weltmeister“ – ausgestattet mit Spezial-Know-how in Technologien, die sie weltweit an der Spitze agieren lassen. Unter Zurechnung weiterer Minderheitsbeteiligungen der Berndorf AG steigt der Jahresumsatz um weitere knapp 600 Millionen Euro auf das Zwanzigfache im Vergleich mit dem Wert von vor 30 Jahren.

Trotz der weltweiten Expansion hielt das Engagement der Eigentümer die industrielle Seele am Mutterstandort lebendig. Allein von 2007 bis 2017 flossen 50 Millionen Euro in die Revitalisierung und den Ausbau der Produktion im Triestingtal. Pichler: „Wir haben uns – bei allem Wandel – immer um Kontinuität und Vielfalt der Metallbearbeitung im Sinne der Berndorfer Industrietradition über Generationen bemüht.“

Die Zukunft Berndorfs hat begonnen

Eine neue Generation steht nun am Start. Im Rahmen der Jubiläumsfeiern wurde auch in die Zukunft geblickt. Das betrifft sowohl die Unternehmensführung der Berndorf AG – Peter Pichler kündigte an, den Vorstandsvorsitz 2020 an Kollegen Franz Viehböck zu übergeben, gleichzeitig wird Sonja Zimmermann von ihrem Vater Norbert den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen – aber vor allem auch die technologische Weiterentwicklung. Seit mehr als einem Jahrzehnt düngt die gestiegene Finanzkraft der Unternehmensgruppe kreative Beteiligungs-„Pflanzen“ innovativer Industrien, die von „E-Mobilität“ über „Roboter- und Medizintechnologie“ bis „Industrie 4.0“ gedeihen.

Diese Gruppe junger Technologie-Unternehmen in Österreich und Deutschland steuert im Zeichen des Bären schon rund 25 Millionen Euro zum jährlichen Gruppenumsatz bei. Berndorf AG-CEO Pichler: „Sie verleihen den angestammten Berndorfer Kompetenzen neue Energie, indem sie das Teamwork aus Mensch und Maschine verbessern.“ Bei einem der Unternehmen wird diese Idee sogar im Namen verkörpert. „Humai Technologies“ in Wien steht für „human machine integration“ und beschäftigt sich unter anderem mit künstlicher Intelligenz. Sie soll mithelfen jenen technologischen Vorsprung, den die Teams aus hochqualifizierten Berndorf-Mitarbeitenden heute in vielen Bereichen halten, auszubauen und die Idee der Gründer ins nächste Unternehmensjahrhundert tragen.
(Schluss)

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