Auslanderfahrung: Berndorf-Lehrling mit 19 Jahren nach China

Florian Eveleens (Bildmitte) mit den chinesischen Berndorf Band-Kollegen aus Pinggu sowie Franz Stancsics, der schon seit 12 Jahren als Techniker vor Ort arbeitet.

Deutlich mehr als 90 Prozent der in der Berndorf Gruppe erzeugten Waren sind für den Export bestimmt. Wer in der Welt erfolgreich sein will, braucht fachlich kompetente und international erfahrene Mitarbeiter. Die Unternehmen der Berndorf Gruppe gehen daher bereits sehr früh – in der Lehrlingsausbildung – neue Wege, um ihre Mitarbeiter für internationales Arbeiten zu begeistern. Mit Florian Eveleens hatte kurz vor Jahreswechsel 2016/17 erstmals ein Lehrling die Chance, ein dreieinhalbwöchiges Auslandspraktikum bei Berndorf Band China zu absolvieren.

Florian ist 19 Jahre alt und absolviert derzeit die letzte Klasse der Berufsschule für Elektrotechniker in Stockerau. Auslandsaufenthalte faszinieren den jungen Berndorfer schon seit jeher: „Das Praktikum in China kann ich aber mit nichts vergleichen, was ich bisher auf Reisen erlebt habe. Ich habe gute Einblicke bekommen und war beeindruckt, wie glücklich die Menschen dort wirken, obwohl sie im Alltag mit weit weniger auskommen müssen als wir in Europa.“ Beruflich träumt Eveleens schon seit seinem ersten Jahr als Lehrling in der Berndorfer Lehrwerkstätte davon, einmal als „globaler Servicetechniker“ für Berndorf Band (www.berndorf-band.at) weltweit arbeiten zu können.

Ein Schritt zum Wunschberuf
Die praktischen Erfahrungen, die er bei seinem Aufenthalt am chinesischen Berndorf Band-Standort in Pinggu nahe der Hauptstadt Peking gesammelt hat, und seine Doppellehre als Elektroanlagentechniker und Maschinenbautechniker haben ihm seinem Wunschberuf einen entscheidenden Schritt nähergebracht. „In China hatte Florian jede Menge zu tun“, berichtet Dieter Peley, Leiter der Berndorfer Lehrwerkstätte. „Er war in die Montage einer neu ausgelieferten Maschine voll eingebunden - vom Überprüfen der Anlage auf Transportbeschädigungen über das Zusammenbauen, Justieren und Einrichten, bis hin zum ersten Probelauf – inklusive Probefräsen eines ersten Bandes.“

5000 Kilometer von heimatlichem Boden entfernt wurde der Techniker in Ausbildung eine Art „wandelndes Berndorf-Lexikon“ für die chinesischen Mitarbeiter vor Ort. Mit der Dokumentation von Arbeitsschritten und Abläufen an der Maschine gelang es, die Einschulung der Mitarbeiter zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Florian Eveleens: „Wir haben uns teilweise auf Englisch und sonst mit Händen und Füßen verständigt. Der häufigste Begriff aus dem Chinesischen, den ich verwendet habe, war ‚bukatchi‘ – was so viel heißt wie ‚bitte – gern geschehen‘.“

Die Initiative "Go International" der Wirtschaftskammer Österreich und das Wirtschaftsministerium fördern das Auslandspraktikum. Die Unterstützung wird für die Finanzierung der Reise- und Aufenthaltskosten an der Arbeitsstätte im Ausland sowie als Beitrag für die Lehrlingsentschädigung verwendet. „Die persönlichen Erfahrungen, die Florian in China sammeln konnte, sind hingegen unbezahlbar und werden sowohl für ihn wie auch für seine künftige berufliche Aufgabe in der Berndorf Gruppe wertvoll sein“, zieht Lehrwerkstättenleiter Dieter Peley Bilanz.